2011

Dezember 31, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Auch ich will mal einen kleinen Jahresrückblick machen, es könnte sich lohnen…

Es ist ein Unterschied, was alles so passiert ist und was einem davon besonders in Erinnerung geblieben ist.

Es ist, von außen betrachtet, sehr vom Thema Klinik durchzogen. Mehr als einem vielleicht lieb ist. Viele würden es wohl als das Hauptthema dieses Jahr sehen. Doch ich mag mich nicht auf das Negative fixieren, sondern möchte viel mehr das Schöne in Erinnerung halten. Was also bleibt?

Die Bahnfahrt am 23. 2. nach D. War ein wichtiger Moment.

Gemeinsames Kochen (besser bekocht werden) von Spaghetti Bolognese.

Steine sammeln am Rheinufer.

Sie legt einen kleinen Stein auf meinen Oberschenkel.

Erstes gemeinsames Paarshooting.

Nur was soll das alles? Ein Leben in der Vergangenheit, ein Hoffen auf die Zukunft – Nur bedeutet das auch, dass man sich dem Jetzt verschließt. Aber wir leben in diesem Moment, sollten ihn genießen, was auch immer er bringt. Es ist schön, wenn man sich an positive Dinger erinnert, sich auf schönes freut. Doch es führt nur all zu schnell dazu, dass man von Jetzt abgelenkt wird. Im Jetzt kann man tanzen, frei sein, frei von der Angst vor der Zukunft, frei sein von der Erinnerung. Nur wer frei ist, kann sich fallen lassen.

Es ist sicher viel schlimmes in diesem, nun bald vergangenen, Jahr passiert. Doch bleiben für mich die schönen Momente die lebendigen. Sie sind wichtiger als all das Negative. Ich will meine Gedanken nicht vom Negativen beherrschen lassen, denn sonst wären sie trübe. So viele kleine Dinge, die es doch immer wieder schön machten.

Was wünsche ich mir nun für das neue Jahr? Den Weltfrieden und Glück? Schön wäre es, aber auch sehr unrealistisch. Es wird weiterhin Kriege geben, Streit, Gewalt und Unglücke. Die Menschheit kann nun mal nicht ohne dem. So funktioniert eben die Welt.

Aber ich wünsche mir noch viele Abende an denen ich mich an meine Freundin kuscheln kann, morgens neben ihr aufwachen werde. Zeit für uns beide, damit wir zur Ruhe kommen können.

Die Zeit und die schönen Momente, die sie mit sich bringt, genießen. Eine gemeinsame Zukunft, wo auch immer, wie auch immer kann ich nicht sagen, das wird sich ergeben.

Wovor habe ich Angst? Sicher vor sehr vielen Dingen, aber am Ende führen sie immer wieder darauf hinaus, keine Zeit mehr zu haben.

Persona non grata

Dezember 15, 2011 § 5 Kommentare

 

„Der Ausdruck persona non grata (lat. „unerwünschte Person“; auch persona ingrata; ital.: persona non gradita) bezeichnet den Status eines Angehörigen des diplomatischen Dienstes, dessen Aufenthalt von der Regierung des Gastlandes nicht mehr geduldet wird.“

Zitat Wikipedia

 

 

Nun sind wir hier zu Besuch bis Weihnachten vorbei ist. Eigentlich fand ich die Idee ganz in Ordnung. So richtig kitschig Weihnachten feiern mit der ganzen Familie und eben allem, was dazu gehört.

Doch ständig habe ich hier das Gefühl unerwünscht zu sein. Es sind zwar immer nur Kleinigkeiten, aber gut, ich mache halt ständig Fehler, mache es nicht richtig. Und wenn ich mal vergesse das Licht aus zu schalten, muss man mir das ja direkt sagen „Du hast schon wieder das Licht im Flur brennen lassen“. Genau so wie es nicht erwünscht ist, dass ich mir um 22h noch was zu Essen mache, weil ich Hunger habe. Ich sollte besser nicht so viel fressen, ich kann doch auch schließlich problemlos auf Essen verzichten. Genau wie man mir amüsiert sagen muss, dass ich ja keinen normalen Tagesrhythmus habe. Ist auch schwer, wenn man den Tag über depressiv in der Ecke liegt, Nachts eine Panikattacke hat und eh schon Schlafstörungen.

Ach Mist, ich habe ja vergessen, dass sein Sohn so etwas nicht hat. Genau wie er nie geritzt hat, keine Ess-Störung hat, nie Drogen genommen hat… Und wenn ich brav bis Weihnachten diese Rolle spiele, dann gibt es dafür eine Belohnung!

Und so wie es aussieht, habe ich auch keine Depressionen zu haben und keine Schlafstörungen. Ich muss einfach nur früher ins Bett gehen. Ist doch ganz einfach, er kann es ja auch. „Und wie soll das denn werden, wenn du wieder arbeitest?“ war dann die größte Sorge.

Aber er weiß schon, dass ich vor acht Jahren die Diagnose Borderline bekommen habe. Nur bin ich ja ganz anders und mache all diese schlimmen Dinge nicht. Nicht sein Sohn. Der hat sowas nicht. Wie würde das denn aussehen? Dann hätte er ja versagt…

Also spiele ich besser weiterhin den perfekten Sohnemann, ist doch eigentlich ganz einfach. Schön das machen was einem gesagt wird, die Fresse einfach halten, alles runterschlucken (sättig echt super) und sich für jeden kleinen Fehler die Schuld anziehen. Irgendwie habe ich hier immer das Gefühl, dass ich alles falsch mache, aller schlecht ist, was ich mache. Vielleicht mal was gutes, aber nie gut genug.

Abrasten

Dezember 10, 2011 § Ein Kommentar

JAWOHL!!!1!einself

Ich könnte grade das gesamte Netbook an die Wand vom Zug schleudern. Nicht nur, dass ich auf den Weg in die Pampa für zwei Wochen bin und der Surfstick hier arschlangsam ist, nein, ich kämpfe grade mit der verkrüppelten WordPress Version von einem großen Webhoster. Man kann dort kein Theme hochladen, keine Widgets installieren und scheinbar nichtmal ein eigenes Headerbild nutzen. Was soll denn diese verdammte Scheiße? Wozu zahl ich da jeden Monat Kohle? Damit die Website vor sich hinkriecht? Boah, jetzt noch ein blöder Kommentar von irgendwem und es gibt hier Tote!

Aber jetzt müssen meine Mitreisende Musik mithören – Foo Fighters so laut, dass die Kopfhörer schon verzerren ^^

Weihnachtsgefühle

Dezember 8, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es ist wieder so weit. Überall duftet es nach Weihnachtsgebäck, Glühwein und was sonst noch dazu gehört. Die Menschen sind glücklich, freuen sich, umarmen sich, feiern (sich selbst), beschenken sich.

Doch bei mir kommt nur an, dass die Gesellschaft erwartet, dass ich auch so fröhlich und locker drauf bin, mich ihr anpasse. Aber wieso sollte ich das? Es ist so einfach dagegen still und leise zu rebellieren. Einfach das Gebäck nicht essen, den Glühwein nicht trinken, abnehmen während alle anderen zunehmen und sich darüber beklagen. Doch geht es nicht um das Gewicht, sondern den stillen Protest. Es ist so einfach und zugleich hat man dadurch eine enorme Kraft. Auf die einzige Art zeigen, die man kennt, man kann, dass es einem nicht gut geht. Nicht so geht wie allen anderen. Das man sich etwas wünscht, was einem keiner kaufen kann, was einem kein noch so teures Geschenk geben kann. Genau das, weshalb man innerlich hungert und friert.

Ich mag keine teuren Geschenke. Sicher ist es schön solche zu bekommen – vielmehr ist es nützlich, praktisch, man kann sie eben gebrauchen. Doch wenn es nur darum geht, dann sollten wir das Fest umbenennen in „Güterumverteilung“ anstelle von „Fest der Nächstenliebe“. Sollten wir nicht vielmehr auf die anderen eingehen, ihnen mit den Geschenken zeigen, dass wir uns lange Gedanken gemacht haben, sie gut kennen, das Jahr über aufmerksam waren? Etwas sehr persönliches schenken, über das sich vielleicht nur diese eine ganz spezielle Person freut. Wenn das Geschenk so etwas spezielles ist und dabei vielleicht nicht einmal teuer war, persönlich ist, dann ist es ein Fest der Nächstenliebe.

Glasscheibe

Dezember 8, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Manchmal denke ich, dass mich eine sehr dicke Glasscheibe von der restlichen Welt trennt. Sie ist so massiv, dass kein Laut hindurch geht. So dunkel, dass man mich nicht erkennen kann, doch kann ich die Welt erkennen.

Ich winke, doch niemand sieht mich.

Ich sage etwas, doch niemand hört mich.

Jetzt rufe ich, doch noch immer nimmt niemand davon Notiz.

Selbst wenn ich schreie, gegen die Scheibe hämmere mit meinen Fäusten, auch dann bekommt es keiner mit.

Eigentlich habe ich diese Scheibe für mich selbst errichtet, als Schutz vor dieser Welt. Doch nun wurde sie mein Gefängnis und es ist schwer da wieder heraus zu kommen. Ich weiß oft nicht, wie ich das schaffen soll. So gerne möchte ich der Welt etwas mitteilen, doch nur selten kommt es an.

Irgendwann verfalle ich in Schweigen. Es ist einfacher, sich nicht mehr aufreiben. Einfach still da sitzen, zugucken, sich seinen Teil denken. Fast wie im Kino, nur ist das eben die Realität.

Dezember 3, 2011 § 2 Kommentare

Ich will, dass du lebst.
Ich wünsche mir, dass du glücklich bist.
Ich möchte, dass es dir besser geht.
Ich hoffe, dass du deine Mitte findest.
Ich weiß, dass du deinen Weg findest.

 Ich bin gerne für dich da und halte deine Hand und ich freue mich über jeden Tag, an dem ich neben dir wach werde.

Maßstab

November 18, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich sollte ich mich freuen. Ich habe 5 Shootings in den nächsten beiden Wochen und noch mehr Models haben Interesse. Ich kann das terminlich garnicht alles mehr schaffen und muss sie sogar vertrösten. Ich kenne das so garnicht. Sonst war es immer ein riesiges Glück, wenn auch nur mal ein Model zugesagt hat in einem Monat. Die meisten Shootings gehen in die Richtung, die wir beiden später auch beruflich machen wollen. Menschen, die sich lieben, es offen zeigen, Emotionen, echte, keine gespielten.

Schon alleine solche Emotionen sind für mich hart zu ertragen. Ich hab mich immer fern davon gehalten, nie jemanden wirklich an mich heran gelassen. Selbst meinen Psychiater nicht. Es war ein harter Kampf, bis er verstand. Bis er mich auch ohne große von mir aus verstanden hat. Ihn werde ich verlieren. Nicht wirklich, ihn werde ich eintauschen gegen eine Zukunft. Mit der Frau an meiner Seite, die ich über alles liebe und um die ich mir oft wahnsinnige Sorgen mache. Schon der Gedanke daran lässt meine Augen feucht werden. Sonst hatte ich immer noch eine gewisse Distanz.Einfach um mich selbst zu schützen. Wenn niemand an mich heran kommt, kann mir niemand weh tun und vor allem kann ich niemandem weh tun. Falsch, ich habe damit vielen Menschen weh getan. Sie nicht an mich heran zu lassen hat sicher viele Menschen verletzt. Aber ich konnte es einfach nicht. Ich hatte Angst und eben sie hat dann das Ruder übernommen.

Aber jetzt gibt es eine Zukunft. Oft ist es ein harter Kampf für mich, mich selbst immer wieder überwinden, das richtige tun, für das richtige kämpfen. So wie jetzt eben die Shootings machen. Ich zweifel an mir, mehr als ich jemals zeigen könnte. Mehr als ich in Worte fassen kann. So sehr ich in mir auch weiß, dass diese Zweifel nicht berechtigt sind, so sehr nagen sie dennoch an mir. Ich habe Angst, dass ich es nicht schaffen könnte.

Wir haben heute über andere Fotografen gesprochen, wie viele wirklich schlechte es gibt und dass sie trotzdem viel fotografieren. Aber nie würde ich sie als Maßstab für mich selbst nehmen. Nur die besten sehe ich als Vergleich. Nicht, dass ich sie kopieren will, das gleiche machen will sie. Aber ich will einfach nur gut sein. Wieder falsch. Gut sein alleine reicht mir nicht. Ich kann erst dann wirklich Ruhe finden, wenn ich der beste bin. Unrealistische Ansprüche, die mir das Leben nur schwer machen, ja, das ist genau mein Ding. Entweder garnicht oder perfekt.

Das habe ich früher schon immer gehabt und wenn ich etwas erreicht habe, ein Ziel, dann gab es ein neues Ziel. Doch heute will ich nicht mehr wie andere sein, sondern ich will mein eigenes Werk machen. Und ich will es so gut machen, wie es nur irgendwie geht.

Doch daran zu scheitern ist nur all zu leicht.